Das Fehntjer Land – Sehr viel mehr als nur Moore

Um das Territorium der heutigen Gemeinde Großefehn im niedersächsischen Landkreis Aurich im westlichen Ostfriesland wurde ab Mitte des 17. Jahrhunderts mit der Trockenlegung, Urbarmachung und Besiedlung der riesigen Moorflächen begonnen, das je nach sprachwissenschaftlichem Standpunkt aus dem Altfriesischen oder Niederländischen stammende Wort „Fehn“ für Moor stand somit also Pate für den Namen der Gegend. Die Lebensbedingungen für die ersten Siedler der ersten Fehnkolonie in Ostfriesland waren hart, ein spärliches Auskommen sicherte lediglich der Abbau von Torf, der als Brennmaterial über die neu angelegten Kanäle u.a. nach Emden und Leer verschifft wurde.

An dem eher unwirtlichen Existenzrahmen hat sich natürlich in den letzten Jahrhunderten einiges geändert, die Gemeinde Großefehn und ihre Umgebung ist heute eine durch viele Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten gekennzeichnete Ferienregion, die durch ihre immer präsenten Kanäle, Gräben, Wallhecken, Wieken und Wiesen charakterisiert wird, und die sich sowohl für einen aktiv verbrachten Urlaub z.B. mit Rad-, Wandertouren und Reitsport, wie auch für einen naturnahen Entspannungsaufenthalt anbietet.

Viele schöne und ausgeschilderte Radwege lassen sich im Fehntjer Land finden, die ortstypischen Wallhecken – als Begrenzung der Felder angelegte und mit Bäumen und Sträuchern bepflanzte Erdwälle – kann man z.B. bei Strackholt, Aurich-Oldendorf, Holtrop und Wrisse sowie entlang des Ems-Jade-Kanals bewundern, kombinierte Rad&Bootstouren werden in Westgroßefehn angeboten.

Empfohlene Wanderungen führen u.a. entlang des Großefehnkanals, von Timmel zum Fehntjer Tief und rund um das 12 Hektar große, auch mit einem Strandbad und einem Campingplatz ausgestatteten Timmler Meer durch das Naturschutzgebiet Boekzeteler Meer. Sehenswerte Ausflugsziele sind auch die 5 historischen und aufgrund ihrer technisch individuellen Bauweise Deutschland weit einzigartigen Galerie-Holländer Windmühlen, die gut im Rahmen einer Rad- oder Wandertour besichtigt werden können. Es handelt sich um die Spetzerfehner Mühle, die Bagbander Mühle, die Mühle in Felde, die Mühle in Westgroßefehn und die Mühle in Ostgroßefehn.

Pferdefreunde kommen schließlich im Reitsport-Touristik-Centrum Großefehn voll und ganz auf ihre Kosten, auf einer Gesamtfläche von 14 Hektar werden Pensionspferdehaltung, Ausbildung von Pferden, Dressur- und Springunterricht, Longenunterricht, Voltigierunterricht, Sitzschulungen, Dressur, Spring- und Longierlehrgänge und Abzeichenlehrgänge angeboten, außerdem verfügt das Centrum über eine eigene Krankenstation für erkrankte Tiere.

Neben den bereits genannten Ausflugszielen der Gegend können auch die weiteren wie z.B. das „Museum der Armut“ in Moordorf, das Dörpmuseum in Münkeboe, die Häuptlingsburgen in Pewsum, Groothusen und Detern, das Wasserschloss in Dornum, die Insel Baltrum, der Otto-Leuchtturm in Pilsum, der Störtebekerturm in Marienhafe, die Naturschutzstation „Fehntjer Tief“ in Ihlow-Lübbertsfehn, das Emssperrwerk bei Gandersum und die Seehundaufzucht- und Forschungsstation in Norddeich bequem im Rahmen eines Tagesausflugs besucht werden.

Ebenfalls einen Besuch wert sind die beiden pittoresken Städte Leer und Aurich, genau wie Wiesmoor mit ihren über 40 000 m² großen Gartenpark, die Seehafenstadt Emden mit ihrem Ostfriesischen Landesmuseum, das wegen seiner geringen Wassertiefe speziell für Kinder sehr gut geeignete Wassersportparadies Südbrookmerland und natürlich das Fehnmuseum Eiland in Großefehn selbst, wo anhand typischer Torfstechwerkzeuge und ausgestellter ortstypischer Schiffstypen die Geschichte der Region anschaulich präsentiert wird.

Authentisches und traditionelles ostfriesisches Handwerk kann man ebenfalls in Großefehn bewundern, Produkte wie z.B. eine linkslaufende Fehntjer-Uhr, handverlesene Teemischungen, Zier-Boßelkugeln aus echtem Pockholz, Messing-Stövchen, Hufeisen, typischen Ostfriesen-Sofas und Hörnstühle sowie handgeformte Tonflaschen sind beleibte Souvenirs aus dem Fehntjer Land.

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